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…Ganz im Zeichen ihrer delikaten Spielkunst, die selbst im flottesten Tempo jeden einzelnen Ton brilliant ausformte, stand bereits das „Präludium und Fuge a-Moll BWV 889“ von Johann Sebastian Bach… Herbstlich und vielfarbig legte die 21-jährige Meisterschülerin (Hochschule für Musik Köln) auch Joseph Haydns „Variationen f-Moll“ an… Mal vorsichtig und bedacht, mal beseelt und beflügelnd steigerten sich die Tonreihen zu einem tänzerischen Duktus. In herrlich perlenden Chromatiken leitete die Pianistin den furiosen Schlussteil ein, der in den letzten Takten genauso nachdenklich ausklang, wie er begonnen hatte. Stimmungsvoll und überaus apart fiel die Interpretation der „Sonate Nr. 26 Es-Dur (Les Adieux)“ von Ludwig van Beethoven aus. Den schicksalsschweren Auftakt des Adagio-Allegro gab die Pianistin bald auf und ließ Tonbrüche folgen, die wiederum temperamentvolle Phrasen einleiteten… Nahtlos gingen die Tonreihen in ein fieberndes Strömen über und hatten eine tänzerische Leichtigkeit, die mit ihrem Schwung und Elan fesselte… Kriers kristallklare Formensprache, ihr tief aus der Innerlichkeit begründetes Spiel machten auch die sehr malerische „L’Isle joyeuse“ von Claude Debussy und die drei Sätze aus Henri Dutilleux’ „Sonate“ zu einem einzigen Genuss…
Michael Stukowski, Bocholter-Borkener Volksblatt 23.11.2006
… Sie hat eine Partitur gewählt, die kaum in den Konzertsälen dieser Welt zu hören ist: die „Préludes“ aus dem Jahre 1929… Eine Erstaufführung in Luxemburg auf die die Organisatoren zu Recht stolz sind! Cathy Krier beweist sowohl technisches wie musikalisches Können, welches Ihr erlaubt die ganze Phantasie, sowie die ausdrucksstarke Dynamik des jungen Messiaens zu vermitteln. Die Gegensätze werden eindrucksvoll ausgeführt.Ein klarer und regelmäßiger flüssiger Vortrag ist angestrebt und die düsteren und ernsten Passagen erhalten in ihrer Darbietung besonders durch die tragischen Akzente tief ergreifenden Charakter. Mit einem zarten und kunstvoll kontrollierten Anschlag lässt sie das „violett purpurrote“ der „sons impalpables du rêve“, das bevorzugte Prélude des Komponisten, vibrieren. Eine ausgezeichnete, brillante Leistung der jungen Künstlerin, die in vollkommener Übereinstimmung mit dem Inhalt der Partitur steht!…
Loll Weber, Luxemburger Wort 11.6.2008
Auf ihrem beim Label ‘CAvi-music’ erschienenen Debut-Album hat die aus besagtem Nachbarland stammende Pianistin Cathy Krier ihre Visitenkarte mit einem breit gefächerten Programm vom Barock bis hin zur Moderne abgegeben. Schon in den am Anfang stehenden beiden Sonaten Scarlattis (K. 31 und 124) demonstriert die junge Künstlerin, dass sie über eine hohe Präzision im Anschlag, technische Versiertheit und eine beachtliche musikalische Intelligenz verfügt. Mit vitaler Spielfreude durchleuchtet sie die stimmlichen Konturen exakt und auf originelle Weise… Der ‘Mittelteil’ der CD steht dann im Zeichen Chopins… Vielmehr gewinnt man den Eindruck, diese Musik müsse ihr schon von jeher ganz besonders gelegen haben, gelingen ihr hier doch beachtlich reife und mitreißende Deutungen dieser Werke, deren zwingende atmosphärische Dichte den Hörer unweigerlich in ihren Bann zieht. In der ‘Night Music for solo Piano’ ihres 1949 geborenen Landsmanns Alexander Müllenbach überzeugt Krier gleichfalls mit einer expressiven und tiefschürfenden Darstellung. Ein wenig mehr Energien könnten stellenweise zwar in Henri Dutilleux´ (*1916) abschließender Sonate aus dem Jahr 1947 freigesetzt werden, doch wohnt auch dieser eine stets greifbare musikalische Präsenz von hoher Intensität inne… so kann die Bilanz insgesamt nur dahingehend ausfallen, dass es in jedem Fall lohnt, Bekanntschaft mit dieser fraglos hoch talentierten Musikerin zu machen.
Thomas Gehrig, klassik.com 12.11.2008